Finnland und seine Designikonen-Teil 1

 
Kaum ein anderes Land verehrt seine Designer so wie Finnland und in beinahe jedem Haushalt lassen sich Klassiker der finnischen Designgeschichte finden: Blumen in Aalto-Vasen, mit Arabia-Tellern und Iittala- Gläsern gedeckte Tische oder farbenfrohe Textilien von Marimekko.
 
Finnisches Design nahm seinen Anfang als 1871 die Kunstgewerbeschule eröffnete, die Vorgängerin der heutigen Hochschule für Kunst und Design in Helsinki. Der schlichte und vollendete Stil besticht durch klare Linien und Funktionalität. Durch seine Designgrößen wie Alvar Aalto oder Eero Aarnio war Finnland ab der Mitte des 20. Jahrhunderts aus der internationalen Designwelt nicht mehr wegzudenken.
 
Eero Aarnios Entwürfe für Plastik- und Fiberglasstühle kamen auch in mehreren Science Fiction Filmen zum Einsatz. Sein berühmter „Ball Chair“ aus dem Jahre 1963 ist eines der Highlights einer Führung durch die Sammlung Löffler. Er bezaubert unsere Besucher nicht nur durch seine außergewöhnliche Form, sondern auch durch seine Geschichte – das ausgestellte Exemplar hat nämlich eine berühmte Vorbesitzerin: die Schlagersängerin Manuela, welche mit Hits wie „Kapitän“ und „Schuld war nur der Bossa Nova“ zum Teenager- Idol der 60er Jahre aufstieg. Der „Ball Chair“ aus der Sammlung Löffler fand auch auf Ihrem damaligen Plattencover Verwendung.
 
Man kann nicht über Finnlands Design schreiben, ohne Eero Saarinen zu erwähnen – er zählt zu den bekanntesten Designern und Architekten des 20. Jahrhunderts. Mit den Entwürfen des General Motors Technical Centers und des Terminals am JFK Flughafen in New York etablierte er sich weltweit als Architekt. Als Vorsitzender der Jury des Wettbewerbs für das Opernhaus von Sydney empfahl er den bereits abgelehnten Entwurf des späteren Siegers Jørn Utzon. Ohne seine Vision wäre also eines der bekanntesten Bauwerke der Neuzeit niemals verwirklicht worden.
Doch auch als Designer hatte er große Erfolge. Während der Zusammenarbeit mit Charles Eames entstanden mehrere preisgekrönte Entwürfe, darunter der berühmte „Organic Chair“. Eames Entwürfe der nächsten Jahrzehnte spiegelten Saarinens Einfluss wieder: die Faszination für das Erforschen und das Experimentieren mit neuen Technologien und Materialien. Die Sammlung Löffler zeigt stolz Saarinens Kreationen in authentischem Zustand: den „Tulip Chair“ oder auch „Tulpensessel“, sowie den 1948 für die Firma Knoll kreierten „Womb Chair“.
 
Natürlich sind Eero Aarnio und Eero Saarinen nicht die einzigen Finnen deren Werke in der Sammlung Löffler vertreten sind. Erfahren Sie nächste Woche mehr über Alvar Aalto und weitere Klassiker der finnischen Designgeschichte in der Sammlung Löffler.
 
Hier nun die ersten Einblicke in die skandinavische Ecke der Sammlung:
 
 
Eero Aarnio, Ball Chair, 1963 - 1965

 
 
Eero Aarnio, Tomato Chair, 1971
 
 
Eero Aarnio, Pony Stuhl, 1970
 
Eero Saarinen, Tulip Chair Nr. 151, 1955 - 1956
 
 
Eero Saarinen, Womb Chair mit Ottomane, 1948